Seltsames internationales Beratungsangebot neu online: betrugsberatung.ch

MKH – (eigener Bericht)

Beim Aussondern/Zensieren meiner Google-Ads Anzeigen bin ich heute früh mal wieder über ein seltsames Beratungsangebot gestolpert.

Unter der Url firmiert eine neu auf dem Markt erschienene Schweizer Firma als betrugsberatung.ch und bietet vollmundig an:

Das Einzelunternehmen Betrugsberatung W. (Aargau/CH) hilft Ihnen gerne mit kompetenter Beratung weiter, wenn Sie:

eine Rechnung/Mahnung/Betreibungsandrohung für einen Dienst erhalten haben, den Sie gar nie bestellten, sei es per Post oder Mail.

Damit meine ich die vielen Internet Abofallen. Mit Wörtern wie „kostenlos“ oder „jetzt gratis testen“ werden Sie im Internet auf Angebote gelockt, die in Wirklichkeit kostenpflichtig sind. So zum Beispiel bei Anbietern folgender Websites:

–            Gratis-SMS versenden
–            Routenplaner
–            gratis Magazine, Rezepte, Zeitschriften…
–            online Wettbewerbe
–            Hausaufgaben-Hilfe

Der Betreiber führt aus:

Wie weiter?

Für nur CHF 25.– kümmere ich mich um diese Angelegenheit.

Egal, ob Sie in der Schweiz, in Deutschland oder Österreich leben. Unser Privatrecht ist sehr ähnlich.

Natürlich können Sie auch Ihren Anwalt damit beauftragen. Ich garantiere Ihnen, der ist teurer. Nur schon seine Unterschrift kostet extra.

So wird´s gemacht:

Sobald ich Ihre Rechnung erhalte, formuliere ich einen rechtlich anerkannten Brief, welchen Sie nur noch unterschreiben und an den Betrüger senden müssen.
Meine Kunden hören danach nichts mehr vom Betrüger (schön wär`s 🙂 )

Seine AGB`s verraten immerhin daß es sich nicht um eine Abofalle handelt, weil er kein Geld im Voraus verlangt. Auch sind seine „Beratungskosten“ mit 25 CHF sehr moderat:

1. Datenschutz
Ich halte mich an die Datenschutz Richtlinien. Ich speichere weder Ihre Daten, noch mache ich Kopien Ihrer Rechnung, die Sie mir senden.
Lediglich Ihr Name speichere ich in meiner Buchhaltung, wegen Steuerzwecken.
2. Widerruf / Rücktritt
Betrugsberatung W. behält sich das Recht vor, jede Vereinbarung ohne Entschädigungsfolgen aufzulösen.
Im Fall einer widerrechtlichen Benützung der Dienstleistungen durch den Kunden, oder falls der Kunde wegen mangelnder Qualität Anlass zu Reklamationen hat, kann die Betrugsberatung W. ohne Entschädigungsfolgen sofort vom Vertrag zurücktreten und die Leistungserbringung einstellen.
3. Haftung
Die Betrugsberatung W. übernimmt keine Haftung und Garantie für die angebotene Dienstleistung.

4. Preise
Für die Beanspruchung der Dienstleistung hat der Kunde der Betrugsberatung W. CHF 25.- zu bezahlen. Die Mehrwertsteuer ist im Betrag enthalten.
5. Zahlungsbedingungen
Die Kosten sind innert 14 Tagen nach Beanspruchung der Dienstleistung zu bezahlen. Natürlich kann auch im Voraus bezahlt werden. Die Kosten sind nicht rückforderbar.
6. Gerichtsstand
Der Gerichtsstand ist in der Schweiz

Er führt aus und verspricht:

Sie erhalten von mir einen fachgerechten Brief, den Sie nur noch unterschreiben und an den „Betrüger“ senden müssen. Somit ist die Sache erledigt, Sie erhalten weder Mahnung noch Betreibung.

Meine bisherigen Kunden zählten auf mein/e

–         fachgerechtes Handeln
–         anerkannten Briefe
–         Zuverlässigkeit sowie
–         schnelle Auftragserfüllung.

Wer steckt hinter diesem großartigen Angebot? Eine whois-Anfrage verrät:

Domain name:
betrugsberatung.ch
Holder of domain name:
W.
xxxx
CH-xxxx xxxxxx
Switzerland

Da er sein Angebot in Deutschland bewirbt und seine Beratungen auch in Deutschland an den Mann/Frau bringen will, wird der gute Mann mit absoluter Sicherheit bald selbst eine Beratung brauchen und zwar eine RECHTSBERATUNG von einem kompetenten Anwalt, der sich um die Abmahnungen kümmert, die ihm bald von der lieben Konkurrenz ins Haus flattern werden.

Sein Angebot ist nämlich Rechtsberatung und diese darf, in Deutschland zumindest, nur von einem richtigen Rechtsanwalt angeboten und ausgeführt werden. Dieser haftet dann auch für seine Beratung und für die Folgen. Hierfür hat der Anwalt eine Haftpflichtversicherung.

Ich nehme mal an, daß Fxxxx dies überhaupt nicht bedacht hat, wie er sein Geschäftsmodell entwickelt und ins Netz gestellt hat.

Der gute Fxx sollte sich vielleicht sein gut gemeintes Angebot noch einmal gut überlegen, bevor er sich selbst damit in Teufels Küche bringt.

Update 9.10.2010: Der Betreiber hat sich bei mir gemeldet und sich dafür bedankt, daß ich ihn auf seinen Fehler aufmerksam gemacht habe. Er hat sein Angebot vorläufig vom Netz genommen, um es zu überarbeiten. Da sich noch kein „Kunde“ auf sein Angebot gemeldet hatte, ist auch kein Schaden entstanden. Von Abmahnungen deshalb bitte absehen.

Ich habe nunmehr die persönlichen Daten aus dem Artikel entfernt, damit ihm das nicht ewig im Internet nachhängt.

Mich erinnerte das Ganze an den Fall „onlinebetrug24.net“ – der damalige Betreiber hat übrigens den selben Vornamen und auch sonst gibt es viele Ähnlichkeiten, was mich anfangs stutzig gemacht hatte.

Redaktion,  MKH, facto24.de

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