Erst vor vier Jahren wurde Azimo in Großbritannien als Fintech-Startup gegründet. Seither hat sich das Unternehmen zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für herkömmliche Dienstleister für internationale Geldtransfers entwickelt. Mit dem aktuellen Einstieg des japanischen Internet-Riesen Rakuten stößt Azimo in neue Dimensionen vor.

Es war von Anfang erklärtes Ziel des Azimo-Gründers Michael Kent, Geldversand über Grenzen hinweg sicherer, zuverlässiger und vor allem kostengünstiger zu machen. Dazu setzte er bewusst auf modernste digitale Technik, die einen einfachen, schnellen und bequemen Transfer bietet. So ist es u.a. möglich, sich das Geld direkt als Guthaben aufs Mobiltelefon überweisen zu lassen. Praktisch in Weltgegenden, in denen der Weg zur nächsten Geldauszahlstelle schon mal kompliziert werden kann.

15 Millionen Dollar Kapitalzufuhr – ein Quantensprung

Azimo zielt mit seinem Angebot vor allem auf Migranten, die längere Zeit im Ausland leben und regelmäßig Geldbeträge in die Heimat überweisen möchten oder von dort empfangen. Darüber hinaus kommt der Dienst selbstverständlich auch für alle andere Arten von Auslandsaufenthalten oder Reisen in Betracht – de facto überall dort, wo in einem anderen Land schnell und unkompliziert Bargeld benötigt wird. Bereits heute ermöglicht Azimo Geldtransfers in insgesamt 198 Länder rund um den Globus, dazu arbeitet das Fintech-Unternehmen mit 20.000 Banken weltweit zusammen und verfügt über ein Netz von rund 270.000 Auszahlstellen.

Der Rakuten-Einstieg fügt sich dabei nahtlos in eine Linie mit Engagements weiterer Investoren. Die Venture-Capital-Firmen eVentures, Frog Capital, Greycroft, Accion und MCI Capital haben sich auch schon bisher bei Azimo als Kapitalgeber beteiligt. Sie sind bei der jetzigen Finanzierungsrunde ebenfalls mit dabei. Durch die Beteiligung von Rakuten in Höhe von 15 Millionen Dollar steigt das verfügbare Kapital nachhaltig auf nunmehr 40 Millionen Dollar. Für den Online-Händler aus Japan mit seinem Jahresumsatz von fast sechs Milliarden Euro mag die Beteiligung ein Investment unter vielen sein, für Azimo bedeutet sie einen Quantenspung und Perspektiven für weiteres dynamisches Wachstum.

Deutschland und Asien im Fokus

Mit dem frischen Geld zielt Azimo vor allem auf den Ausbau seiner europäischen Marktposition und die Erschließung des gigantischen asiatischen Marktes. In Europa steht Deutschland besonders im Fokus. Nur zwei Jahre nach dem Start von Azimo in der Bundesrepublik wickelt der Dienst hier bereits 25 Prozent seines Geschäftes ab. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass mittlerweile fast 20 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen einen Migrationshintergrund aufweisen.

Mit einem Anteil von 30 Prozent ist Asien nicht minder bedeutend. Hier konzentrieren sich die Aktivitäten bislang auf Thailand und die Philippinen. Die Verbindung mit Rakuten soll nun helfen, zusätzliche Märkte zu erschließen. Dabei wird nicht nur die Kapitalspritze des japanischen Internet-Riesen helfen. Als internationaler Online-Händler und Eigner des Social-Media-Dienstes Viber bietet die Kooperation auch darüber hinaus Ansatzpunkte zum Ausbau von Geldtransfers über Grenzen hinweg. Es ist eine klassische strategische Allianz.

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